9.12.09

The final final countdown

Wow ging dieses Wochenende (obwohl es doppelt so lang war...) schnell rum.
Freitag konnte ich mein Glück kaum fassen das ich 4 Tage ohne Arbeit vor mir habe und nun sind die auch schon wieder rum...
Fangen wir am besten von vorne an. Freitag hatte ich mir vorgenommen die Tickets für den RENFE Ave (Renfe muss so was wie unsere Regio sein und Ave ist "alto velocidad" also effektiv ein Schnellzug) zu kaufen und noch meinen seit Ankunft geplanten Besuch im Prado abzuarbeiten. Gesagt getan und die rund 3,5 Kilometer entspannt gelaufen (ja, tatsächlich mal ein freiwilliger Spaziergang). Dann im Prado lustgewandelt und war wirklich beeindruckt ob der viele Werke von Tizian bis Goya. Definitiv sollte man hier einen halt einplanen wenn man Madrid besucht und wenigstens ein bisschen kunstinteressiert ist. Nach diesem Ausflug hab ich mich noch schnell (ok es ging wirklich langsam vorran) in Atocha um eine Fahrkarte nach Segovia angestellt. 9€ die einfache Fahrt Ida y vuelte (hin&zurück) 15,10, fand ich fair (zumal der Ave nur 30 Min braucht im Gegensatz zur Bimmelbahn die 1,5 Stunden braucht und hin&zurück je 5,60 kostet).
Danach nur noch ins Bett gefallen, war ja inzwischen auch schon recht spät.

Samstag früh (wirklich früh weil ich mich für den 10:30 Zug entschieden hatte) ging es dann auf nach Chamartin und prompt (ohne es zu wissen) in den falschen Zug...in die Bimmelbahn, die genialerweise zur gleichen Zeit losfuhr und als einzigste an der Anzeigetafel angeschrieben stand.
nach 2/3 der Fahrt kam dann auch die Fahrscheinkontrolleurin und klärte mich über meinen Fehler auf (als ob ich mir nach der Zeit nicht schon soetwas gedacht hätte...) liess mich aber weiter mitfahren. Um 12:00 kam ich dann in Segovia an und war zunächst relativ enttäuscht, war doch alles eher wie in Madrid mit Wohnblocks etc. und weit und breit nichts vom mittelalterlichen Charme des Städtchens zu sehen. Nach einem kleinen Fussmarsch relativierte sich das dann glücklicherweise und ich kam vorbei an einem Töpfermarkt endlich auf das römische Aquädukt zu. Schickes Teil, sieht nur im Vergleich zur Stadt ein bisschen überproportioniert aus. Die Stadt selber ist definitiv sehenswert allerdings braucht man (meiner Meinung nach) nicht so viel Zeit. So hab ich in der Zeit (12:00-17:00) das Aquädukt genau angesehen und hab die Alcazar besichtigt und einmal die innenseite der Stadtmauer umwandert, den Töpfermarkt genau angesehen (und nichts gekauft), eine Keramikaustellung besucht und einen Basar der spanischen Krebshilfe angesehen. Und irgendwie war immernoch Zeit. Dank der Siesta, war ich insgesamt in einem Laden und hab mich schlussendlich (bevor ich mich zum Bus aufgemacht habe) in ein Café gesetzt und den Leuten beim bummeln zugesehen. Auf der Rückfahrt sass ich dann im richtigen Zug. In Madrid bin ich nur noch in mein Bett gefallen und hab geschlafen, anstrengend immer leicht bergauf oder bergab zu laufen.

Sonntag war dann ein toter Tag (mir tat nach Freitag und Samstag alles weh), Montag wurde unfreiwillig tot, da ich leider keine Zugtickets mehr bekommen hatte, dafür hatte ich dann gleich welche für Dienstag gekauft und bin von Atocha (4 Kilometer) im Regen nach Hause gelaufen.
Gestern ging es dann also nach Toledo, berühmt für das aufeinandertreffen dreier Kulturen (Christen,Juden und Muslime). Diesmal sass ich sogar im richtigen Zug und konnte wieder direkt von der Station aus laufen. Was soll ich sagen, Toledo gefiel mir nochmal um längen besser als Segovia, alleine schon die Lage ist umwerfend. Von drei Seiten von einem Fluss umgeben und auf einem kleinen Berg gelegen. Einfach schön. Für die fussfaulen gibt es eine Rolltreppe rauf, für die etwas sportlichen eine stinknormale Treppe. Ich bin mit der Rolltreppe hoch und runtergefahren und bin auf der normalen Treppe rauf und runtergelaufen. Wer hier wohnt weiss die Rolltreppe sicher zu schätzen, der Weg schlaucht ganz schön. Die Stadt selber ist voller kleiener, verwinkelter Gassen, viele Touriläden reihen sich aneinander und versuchen die typischen Toledomitbringsel (Schwerter in allen grössen, Marzipan und Schmuck mit den alten maurischen Mustern) an den Mann zu bringen. Hier zu leben stelle ich mir schwer vor, gerade durch die Enge der Strassen und das dafür doch sehr hohoe Touristenaufkommen macht Toledo irgendwie als Wohnort für mich unvorstellbar. Zum besichtigen wars toll. Diesmal bin ich eher durch die Stadt geirrt als einen festen Plan zu haben, die Alcazar, die ich eigentlich besichtigen wollte war wegen Bauarbeiten geschlossen und die Kathedrale schien mir mit 7€ Eintritt überteuert. Was ich leider erst später erfahren das noch 5 Museen an die Kathedrale angegliedert sind. Naja. Essenstechnisch empfand ich Toledo als eine Enttäuschung, alles schien mir arg touristisch, genauso wie die Preise. Kurzentschlossen war ich dann beim Chinesen, war ok. Die Heimfahrt war ereignislos nur zuhause erwartete mich eine Sonia im Pyjama die mir das Backblech hinhielt und fragte "Es tu obra?"(Ist das dein "Werk"?) Ein wunderfoller riesiger ölfleck war auf dem Blech... den ich jedes mal wenn Madame ihren Lachs bäckt wegwischen durfte wenn ich den Ofen benutzen wollte. Dementsprechend angesäuert habe ich ihr das dann auch gesagt woraufhin sie das Blech kommentarlos geputzt hat (in Gedanken hat sie mir glaube ich trotzdem die Schuld gegeben... sans commentaire, mal wieder.

Mit meiner Vermieterin werde ich mich wohl morgen treffen, gegen 4 oder 8 will sie da sein (mal sehen wann sie tatsächlich auftaucht). Das Treffen zu vereinbaren war eine kleine Schwierigkeit, da sie meine Bitte (weil ich am Wochenende wenig und Montag gar keine Zeit habe), uns Donnerstag zu treffen, traf zunächst auf sehr taube Ohren, sie wollte Montag. Nach einer kleinen Notlüge, ging es dann aber doch morgen und ich bin wirklich gespannt ob ich morgen meine restliche Kaution wiederkriege. Und ob meine Unterlagen auch fertig sind. ICh bin nur froh wenn ich diese WG endlich verlassen kann. Ein Tanga der nass zusammengeknüllt in der Dusche lag war auch noch mal eine tolle Entdeckung...jetzt weiss ich meine eigene Wohnung mehr als zu schätzen.

Heute geht es mit Mª Jose zum Vegetarier im Stadtzentrum, bin gespannt wie das wird und freu mich schon riesig darauf.

Soweit fast mein letzter Post...

saludos
Jana

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